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WinterAkademie 2009/2010

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Kurse

Geschichten weben und Bücher schmieden[ Bücher stricken ]

Oliver Caspari und Gabriella Gall

Schmieden kann man scharfe Schwerter, zartes, goldglänzendes und einfach herrliches Geschmeide, listige oder auch zukünftige Pläne. Gewoben werden Hängematten, Tücher und Stoffe; gesponnen werden meist Fäden oder Garn und geknüpft werden Teppiche (fliegend oder auch nicht).

In diesem Kurs sollt ihr die höchste der Schmiedekünste lernen, die Kunst des Bücherschmiedens. Hier wollen wir verschiedenfarbige Fäden spinnen, Geschichte weben und zusammenknüpfen um so am Ende zusammen ein Buch zu erschaffen! Konkret geht es um einen Krimi im Schlafzimmer oder auf dem Mars, 1892 oder im 23. Jahrhundert, mit Kobolden oder ohne und mit so vielen Leichen wie ihr wollt.

Kabarett[ Gaddafi in Italien ]

Tilman Lucke

Das schönste an einer Kabarettpremiere ist meist die Premierenfeier. Doch vor der Feier kommt die Kursarbeit: Zum Abschluss des Superwahljahrs 2009 wollen wir im Kabarettkurs einen ulkigen und zynischen Rückblick auf die Bundestagswahl und andere aktuelle Ereignisse werfen. Für den Silvesterabend sowie den bunten Abend sind Aufführungen unserer ges(t)ammelten Sketche, Monologe, Gedichte und Lieder geplant. Themen wird es genug geben; erlaubt ist alles, was mit Politik oder Gesellschaft zu tun hat.

Gebt bei der Anmeldung bitte an, ob Ihr schon Bühnenerfahrung habt und wie musikalisch Ihr seid. Beides ist ein schönes Zusatzfeature für Kabarettisten, aber kein Muss.

Tilman wohnt in Berlin, der Geburtsstadt des Kabaretts, und hat seit 2005 in drei Soloprogrammen, die er größtenteils am Klavier bestritt, Erfahrungen gesammelt. Und natürlich in den CdE-Akademien, denn dies wird sein zehnter Kabarettkurs sein. 2008 erhielt er ein Stipendium der GEMA-Stiftung für das Textdichterseminar „Celler Schule“. Weiteres steht unter ↗www.tilmanlucke.de.

Deutsch für Besserwisser[ ['dɔʏ̯t͡ʃ] ]

Judith Smigielski

Jaja, die deutsche Sprache …! Wir wenden sie tagtäglich an („Schatz, gib mir bitte mal die Nutella rüber.“), fühlen uns mit ihr sicher („Das heißt DAS Nutella, nicht DIE Nutella!“), aber eigentlich wissen wir nicht besonders viel über sie. Das soll sich auf der WinterAkademie 09/10 ändern: Als Native Speaker werdet ihr in Theorie und Praxis unter anderem lernen, wie man im Mittelalter und noch viel früher in Deutschland gesprochen hat, warum man in Süddeutschland „Semmel“, im Norden aber „Brötchen“ sagt, und wieso die korrekte Form „es brannte“ lautet, obwohl „es brennte“ doch eigentlich viel logischer wäre. Außerdem werdet ihr erfahren, was man im 17. Jahrhundert unter einem „Jungfernzwinger“ verstand, und wie man einen verständlichen Text verfasst. Dabei wollen wir uns unserer Muttersprache spielerisch, kreativ und reflexiv von einer ganz neuen Seite nähern.

Judith hat ihr Hobby quasi zum Beruf gemacht und studiert im 5. Semester Germanistische Linguistik in München.

Logikrätsel leicht lösen[ Rundwegrätsel ]

Thomas Nolden

Logikrätsel finden sich in immer mehr Zeitungen und Zeitschriften; auch nationale und internationale Meisterschaften gibt es schon seit einigen Jahren. In diesem Kurs lernen wir zahlreiche Arten und Varianten solcher Rätsel kennen, und wir entwickeln Methoden, diese zu lösen.

Wir finden Ansätze und erste Lösungsstrategien für die Rätsel, machen uns Gedanken über eine effiziente Notation und entdecken fortgeschrittenere Techniken, die bei ganz unterschiedlichen Problemen immer wieder anwendbar sind. Beim Tüfteln miteinander – und vielleicht auch mal im Wettbewerb – werden wir dabei viel Spaß haben.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns noch mit ganz anderen Arten von Rätseln und Denkspielen. Das Solitär-Brett werden wir ziemlich schnell leeren können, und uns dann neuen Herausforderungen dieses Spiels widmen. Auch andere Geduldspiele werden mit System sogar für Ungeduldige lösbar. Einige Seilpuzzles sowie der Soma-Würfel führen uns in die dritte, Sudoku-Varianten in die vierte Dimension.

Stets wird ein wenig Denken das lästige oder lustige Probieren gezielter und schneller machen und uns helfen, auch knifflige Rätsel zu knacken. Vorwissen ist nicht erforderlich – Papier, Bleistift und Radiergummi schon. Gerne kannst du selbst Rätsel oder Knobelspiele mitbringen.

Thomas Nolden studiert Mathematik an der RWTH Aachen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Rätseln unterschiedlicher Art. Naturgemäß stoßen dabei solche mit eleganten Lösungen auf besonderes Interesse.

Feminismus

Viktoria Ronge und Theodor Fall

Für die einen war und ist er Motor des gesellschaftlichen Fortschritts, für die anderen der Inbegriff ideologischer Verblendung oder das moralische Feigenblatt für die Durchsetzung egoistischen Karrierestrebens. Doch was meint „Feminismus“ wirklich? Dieser Frage möchte unser Kurs in Windischleuba auf neutralem Terrain nachgehen. Zu diesem Zweck werden wir auf die geistigen Grundlagen der Emanzipation der Frau eingehen, ihre Argumente und Forderungen kritisch unter die Lupe nehmen. In einem historischen Abriss sollen die wesentlichen Stationen der Entwicklung der Frauenbewegung nachvollzogen werden, damit wir uns im Anschluss auch aktuellen Fragen widmen können: Wie steht es mit der Gleichberechtigung heute? Wo besteht Handlungsbedarf? Was darf Gleichstellungspolitik (z.B. positive Diskriminierung?) und wo sind ihre Grenzen?

Dieser Kurs richtet sich an CdEler beiderlei Geschlechts, gleich ob überzeugte Feministin oder Macho aus Leidenschaft, die dies als Chance begreifen, den Kampf der Geschlechter endlich einmal in voller Härte auszutragen, aber auch an all diejenigen, die sich mit diesem Thema einmal vorurteilsfrei auseinandersetzen möchten.

Vicky und Theo studieren ab dem Wintersemester an der LMU München Mathematik, Theo bereits seit dem vergangenen Jahr an derselben Universität Philosophie.

Basiswissen Kunstgeschichte[ Taube ]

Camilla Englberger und Anna Zschauer

Wie der Titel schon verrät, wollen wir Euch in diesem Kurs kunstgeschichtliches Grundwissen näherbringen. Das heißt, wir werden einen Querschnitt durch die verschiedenen Epochen und Gattungen vorstellen, angefangen bei den frühchristlichen Kathedralen bis hin zu zeitgenössischer Videokunst. Dabei werden einige bahnbrechende Künstler näher beleuchtet und wir versuchen, die Entwicklungsströme in der Kunst nachzuvollziehen. Unser Ziel ist, ein grundlegendes Verständnis über Kunst aufzubauen, das ausreicht, um in diversen Kunstmuseen mehr als nur farbige Leinwände, Striche und Figuren zu sehen. Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Kunst sind für eine erfolgreiche Teilnahme am Kurs nicht erforderlich.

Die Kursleiter Camilla und Anna hatten beide Leistungskurs Kunst. Camilla studiert seit 2005 Psychologie und seit 2006 Kunstgeschichte. Anna hat 2009 Abitur gemacht und beginnt im Oktober ihr Studium der Germanistik und Geschichte.

Fang den Hut und Käsekästchen

Elisabeth Gall und Stephan Hagner

„Das Spiel (v. althochdt.: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeit, die ohne bewusten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird.“ So sagt Wikipedia. ;-)

In unserem Kurs wollen wir zwar auch auf ein paar geschichtliche Entwicklungen, verschiedene Kultureinflüsse oder die verschiedenen Arten von Spielen eingehen, aber hauptsächlich wollen wir vor allem eines: spielen! :-)

Elisabeth (Kuki) studiert im 6. Semester Physik in München. Stephan studiert im 10. Semester Lehramt Mathematik und Informatik in Erlangen.

Big Brother is watching you – Ist „1984“ = 2010?[ Logo: Big Brother © ]

Iris Schomaecker, Kai Haller und Jana May

Was würde der werte George Orwell wohl sagen, wenn er der heutigen Welt einen kurzen Besuch abstatten könnte? Ist seine Dystopie eines Überwachungsstaates wirklich so abwegig wie auf den ersten Blick, oder befinden wir uns schon mitten in der Realisierung seiner (Alb-)Träume?

Unter den Aspekten „Was ist?“, „Was könnte sein?“ und „Was darf sein?“ wollen wir den Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit näher unter die Lupe nehmen und dabei nicht nur in der Theorie bleiben, sondern die ein oder andere Erfahrung auch in kleinen Planspielen, Projekten und Selbstversuchen sammeln.

Wir können euch vielleicht nicht die Weltherrschaft anbieten, aber in diesem Kurs könnt ihr euch zumindest in kleinem Rahmen als uneingeschränkter Herrscher üben.

Zu diesem Thema gekommen sind wir, drei Abiturienten und baldige Erstsemester-Studenten, während einer Schülerakademie-ähnlichen nächtlichen Diskussion über George Orwells 1984. Da wir alle politik- und philosophieinteressiert sind und vor allem Iris sich schon näher mit dem Thema Freiheit und Sicherheit in ihrem DSA-Kurs beschäftigt hat, haben wir mit „Big Brother is watching you“ schließlich einen Kurs gefunden, der sowohl unsere Interessen als auch unser Vorwissen vereint.

Küchenchemie[ Kochtopf im Labor ]

Gottfried Herold

Warum kocht man Nudeln in Salzwasser? Was passiert eigentlich so alles beim Brotbacken und warum gelingt mein Kuchen nicht?

In diesem Kurs wollen wir anhand gemeinsam ausgewählter Beispiele chemischen und physikalischen Prozesse auf den Grund gehen, die uns bei der alltäglichen Zubereitung von Nahrungsmitteln begegnen, damit das mit dem Kuchen nicht nochmal passiert. Neben historischen, kulturellen und allzu theoretischen Betrachtungen wollen wir dabei nach Möglichkeit vor allem auch praktische Experimente durchführen (auch wenn wir weder Laboratorium noch Küche zur Verfügung haben werden).

Gottfried studiert Mathematik an der LMU München und wird dieses zur Zeit der WinterAkademie abgeschlossen haben.

Laser in Forschung und Technik[ Warnung vor Laserstrahl (DIN 4844-2 D-W010) ]

Matthias Heinrich und Sven Döring

Ob in der Grundlagenforschung oder als Schlüsseltechnologie für Industrie und Messtechnik – Laser sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Aber wie funktioniert eigentlich ein Laser? Was kann man mit seinem intensiven kohärenten Licht alles anfangen? Und wieso zählen gerade die Laser, aus denen die meiste Zeit gar kein Licht kommt, zu den mächtigsten und gleichzeitig präzisesten Werkzeugen, die uns heute zur Verfügung stehen?

Dieser Kurs soll einen Einblick in die vielfältige Welt der Laser und ihrer Anwendungen geben. Schnell werdet ihr sehen, dass Laserphysik weitaus mehr ist als Linsen und Spiegel. Nach einer allgemeinen Einführung werden wir unseren Fokus auf Erzeugung, Eigenschaften und Nutzung ultrakurzer Laserpulse legen. Mitbringen solltet ihr grundlegende Optik-Kenntnisse.

Die Kursleiter promovieren zurzeit am Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wenn er nicht gerade im Labor bastelt, beschäftigt sich Matthias mit diskreter Optik in Femtosekunden-lasergeschriebenen Wellenleitersystemen. Svens Lieblingsbeschäftigung ist die mikrometergenaue Laserbearbeitung von Metall, Kunststoff, Keramik und vielen anderen Materialien.

„M“ – Einführung in die manuelle Photographie[ Kamera: „M“ ]

Friedemann Wulff-Woesten

Ein Bild gibt uns das Gefühl, die ganze Welt in den Händen zu halten. Fotos sind Dokumente des Augenblicks, des Lebens, der Geschichte. Die Fotografie verwandelt die Welt in ein ewig fortbestehendes Angebot, aus der Wirklichkeit in das Reich der Fantasie, aus dem Schmerz in die Freude zu fliehen - durch das Fenster der Seele, das Auge.

– Mario Cohen

Dieser Kurs richtet sich in erster Linie an Fotografie-Begeisterte, die den manuellen Modus bei ihrer kompakten Digital- oder Spiegelreflexkamera bereits für sich entdeckt haben und interessiert sind, mit diesem herumzuexperimentieren. Aber natürlich sind auch alle herzlich eingeladen, die (noch) mit dem automatischen Modus fotografieren und einmal selbst „Belichtungsmesser spielen“ wollen.

Es ist natürlich nicht Vorraussetzung, dass ihr den genauen Zusammenhang vom so genannten EV-Wert, Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit kennt (geschweige denn die neuen Bildstabilisierungssysteme in Objektiven von modernen Spiegelreflexkameras, die vieles – auch für die manuelle Photographie – noch einfacher machen). All das möchte ich im ersten Teil des Kurses erklären. Ich werde auch die Spot-Messung und Matrixmessung (anhand einer Nikon DSLR) erklären. Optimal wäre es daher, wenn jeder Teilnehmer eine Kamera hätte, die über diesen Modus der Belichtungsmessung im manuellen Modus verfügt (sollten eigentlich alle aktuellen Kameras haben).

Wenn ihr wollt, kann man diesen Kurs auch noch in einen "Schwarzweiß-Photokurs" erweitern; hängt doch die manuelle Photographie stark mit dem Photographieren in schwarzweiß zusammen. Auch eine Erweiterung in Richtung Portraitphotographie wäre denkbar, dann würde ich im 1. Teil des Kurses auch auf Techniken (vor allem Brennweiten) in der Portraitphotographie eingehen.

Im 2. Teil kann frei ausprobiert und experimentiert werden. Wichtig hierfür sind vor allem große Speicherkarten (2 oder 4 GB), damit man nicht ständig wechseln muss :), viel Geduld und natürlich auch Inspiration. Man sollte sich auch nicht leicht entmutigen lassen, am Anfang ist immer viel "Ausschuss" dabei, man sollte also auch löschfreudig sein... ;)

Da Winter ist und dieser sehr toll für Schneeaufnahmen ist (und da macht sich der manuelle Modus wirklich bezahlt!) wären warme Kleidung und Fingerhandschuhe (man muss noch Photographien können!) angebracht. Auch u.U. Thermoskannen für Tee. :D

Friedemann befindet sich seit dem Jahre 2005 in den Fängen der Fotografie und kann sich nur schwer daraus befreien. Zur PfingstAkademie 2008 bot er zusammen mit Anna Zschauer den Kurs „HAIKUs und FOTOs“ an. Zur Zeit lebt er im tschechischen Litoměřice, wo er deutsche Touristengruppen durch das benachbarte ehemalige KZ Theresienstadt führt – als „freiwilliges soziales Jahr im Ausland“.

Fiat Lux – Wie man aus digitalen Bildern Dunst entfernen kann

Frank R. Schmidt

In diesem Kurs werden wir versuchen aus Digitalen Bildern Morgendunst bzw. Smog zu entfernen. Da dieser Dunst zunimmt je weiter das beobachtete Objekt entfernt ist, werden wir außerdem die Möglichkeit erhalten, die Entfernung von verschiedenen Objekten zu schätzen. Im ersten Teil des Kurses werden wir uns damit auseinandersetzen, wie man lineare Gleichungssystem folgender Form im Computer lösen kann:

  3*x + 4*y = 2
  2*x - 2*y = 6

Diese Verfahren werden später beim Dunstentfernen benutzt.

Vorkenntnisse im „Rechnen mit Matrizen“, in der „Differenzialrechnung“ und im „Programmieren mit MatLab“ sind hilfreich aber nicht unbedingt notwendig.

Linux für (noch) Nichtnerds

Michael Fritscher

In meinem Kurs werden wir uns den digitalen Pinguin anschauen und ihn auf mitgebrachte Notebooks loslassen.

Dafür werden wir uns erstmal die Grundlagen erarbeiten: Wie funktioniert ein Rechner? Was ist ein Betriebssystem? Was ist „booten“? Was sind Abhängigkeiten? Danach werden wir uns kurz die grundlegenden Unterschiede zwischen Linux und Windows anschauen, und wieso Linux in manchen Kreisen so beliebt ist.

Danach geht es ans Eingemachte: Nachdem jeder eine Sicherung gemacht hat (wir wollen ja nichts kaputt machen :-) ) werden wir Linux installieren und einrichten – für die Experten: Wohl hauptsächlich Ubuntu, werde aber auch OpenSuSE und Fedora mitnehmen.

Der Rest richtet sich dann euch – je nach Interesse können wir uns anschauen, wie „normale“ Tätigkeiten wie browsen, Dokumente schreiben, Ordnung halten etc. unter Linux funktionieren, wir können lernen, wie kleine nützliche Helferlein programmiert werden, aber auch wie wir einen Server für das heimische Netz einrichten können, oder ganz seltsame Dinge wie einen Rechner im Rechner bauen.

Der Kurs richtet sich hauptsächlich an interessierte Neulinge – habt also keine Angst, die einzige Voraussetzung ist dass man weiß wie so ne Klapperkiste angeschaltet wird :-) Und es wäre vielleicht sinnvoll wenn man ein Notebook mitnimmt – Netbooks sind auch völlig ausreichend.

Michael studiert im 5. Semester technische Informatik in Würzburg.

Einführung in Programmierbare Logikbausteine[ Logikgatter-Chip ]

Wolfgang Koebler

In den Anfangszeiten der Digitalelektronik wurden Schaltungen mit diskreten Und- und Oder-Gattern, Flip-Flops, Zählern, Multiplexern und ähnlichem aufgebaut. Dann kamen schrittweise flexiblere und leistungsfähigere Chips (anfangs PALs, GALs, später CPLDs und FPGAs). Mit FPGAs und CPLDs können ganze Platinen diskret aufgebauter Logik durch einen einzelnen Chip ersetzt werden. Elektronische (digital-)Schaltungen lassen sich damit ähnlich erstellen wie PC-Programme. Ihre Anwendungsgebiete erstrecken sich von Handy-Basisstationen über Maschinensteuerungen bis hin zu Supercomputern.

Wir werden uns im Kurs zunächst mit den Grundlagen programmierbarer Logik vertraut machen, Programmiersprachen (graphisch und VHDL) und ein Entwicklungssystem kennenlernen und anschliessend selbst kleine Anwendungen für FPGAs programmieren und ausprobieren. Programmierkenntnisse sind hilfreich, ebenso ein Notebook.

Wolfgang Köbler ist Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik und setzt bereits seit über 10 Jahren FPGAs ein.

Tanzen für Anfänger[ Clipart: Tanzendes Paar ]

Svenja Reith und Lasse Schnepel

Du hast auf den letzten CdE-Akademien auf den Tanzabenden neidisch zugeschaut, oder von deinem Zimmer aus die Musik gehört? Vielleicht hast du dich auch schonmal auffordern lassen, oder hast selbst jemanden gefragt? Wenn du Glück hattest, wurde dir der Grundschritt gezeigt und du wurdest durch ein paar wilde Figuren durchgeschleudert, hast aber nicht viel davon behalten?

Wenn das – zumindest in der Idee – auf dich zutrifft und du Lust hast, das zu verändern, bist du in diesem Kurs richtig. Wir werden verschiedene Paartänze kennen lernen. Dabei werden wir mit dem Grundschritt anfangen, aber auch schnell Figuren lernen. Als Tänze werden wir die üblichen Verdächtigen, also Standard, Latein und Discofox üben, so dass ihr bald in der Lage sein werdet, schön und viel zu tanzen.

Solltest du mit einem/r Partner(in) den Kurs besuchen wollen, so gebt das bitte bei der Anmeldung mit an, andernfalls wird zugeteilt. Es wird aber auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet. Gebt bitte auch eure (ungefähre) Größe an, so dass wir u.U. nach der Größe zusammenstellen können.

Lasse tanzt seit mehreren Jahren und studiert ab dem Wintersemester Elektrotechnik an der TU Kaiserslautern. Svenja tanzt gerne, aber leider nicht regelmäßig. Dafür nutzt sie (fast) jeden CdE-Tanzabend aus.

„The terrible, horrible, no good, very bad truth about morality and what to do about it“[ Emotion und Reason ]

Linus Mattauch

Was sind die ethischen Implikationen eines entstehenden naturwissenschaftlichen Verständnisses von moralischen Bewertungen? Mit einer 2002 an der Princeton University eingereichten Doktorarbeit als Leitfaden, welcher der Kurstitel entliehen ist, wollen wir uns mit einigen Fragestellungen neuester Moralphilosophie beschäftigen.

Wir werden hinterfragen, was moralische Intuitionen sind und wo sie herstammen: Das wird nicht ohne lebhafte und drastische Gedankenexperimente mit Gefängnissen, Eisenbahnwagen und Banküberfällen abgehen! Danach werden wir mit den Ergebnissen neuester neurowissenschaftlicher Experimente klassische normative und metaethische Positionen beleuchten.

Die wahren moralischen Verpflichtungen unseres Wohlstands werden wir ebenso diskutieren wie letztendlich auch Konsequenzen für politisches Handeln: Die Lösung der größten Probleme der Menschheit, wie Umweltzerstörung, Hunger und Terrorismus verlangt nach einem moralischen System, das über verschiedenen Ideologien steht. Wir werden besprechen, warum die Probleme jedoch nicht durch Befolgen der Alltagsmoral – „Oh, wenn nur die Menschen überall das tun würden, von dem sie, tief in sich drin, wissen, dass es richtig ist, dann könnten wir alle gut miteinander leben“ – gelöst werden können, sondern nur dann, wenn die Menschen ihre Intuitionen nicht mehr als ethische Wahrheiten verstehen. Sondern wenn sie einsehen, wann sie ihren Intuitionen, die in einer steinzeitlichen Jäger-und-Sammler-Welt evolviert, aber nun in eine hochtechnologisierte Welt versetzt sind, vertrauen können und wann sie jene ignorieren müssen. Zur Einführung siehe: ↗http://www.wjh.harvard.edu/~jgreene/

So es die Kenntnisse des Kursleiters zulassen, können wir auch andere Themen der (angewandten) Ethik behandeln.

Wer sich für Ethik interessiert, insbesondere dafür, wie ein gewagter Versuch aussieht, mit ethischem Subjektivismus die Welt zu verbessern, wer diese Position kritisieren oder wer einfach nur zum Jahresausklang ein bisschen philosophieren möchte, ist hier richtig. Philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber die Bereitschaft sich im Kurs mit schwierigen Texten, die nur auf Englisch vorliegen, zu befassen.

Linus studierte Mathematik und Philosophie in Oxford. Jegliche Rückerstattung der Teilnehmergebühr für Kursleiter spendet er zu gleichen Teilen an UNICEF und Oxfam.

OpenEEG – Löten trifft Hirnforschung[ Verkabeltes GNU ]

Rainer Engelken und Felix Becker

Gedankenlesen ist ein alter Menschheits(alb)traum. Wir wollen dem ein bisschen näher kommen und gemeinsam mit Euch einen Elektroenzephalografen (EEG) bauen. Damit lässt sich durch äußerliche Messung von Spannungsschwankungen an der Schädeloberfläche die elektrische Aktivität des Gehirns messen. Wenn das Gerät fertig ist, dann wollen wir damit arbeiten, dem Gehirn beim Arbeiten zuschauen und versuchen, die Signale gezielt durch unsere Gedanken zu beeinflussen (Neurofeedback).

Das OpenEEG-Projekt (↗http://openeeg.sf.net/) stellt Baupläne zur Verfügung, nach denen wir den EEG bauen wollen. Wir werden fertig geätzte Platinen verwenden, die wir mit Elektronik bestücken.

Im ersten Kursteil werden wir parallel an verschiedenen Teilen der zwei geplanten EEG-Geräte löten und arbeiten. Diejenigen, die das Handwerk noch nicht beherrschen, sollen es im Kurs es lernen. Die Materialkosten (ingesamt maximal 30€ pro Person) werden wir gleichmäßig auf alle Kursteilnehmer und Kursleiter aufteilen.

Wenn das Gerät und die Elektroden fertig sind und die Software eingerichtet ist können wir uns angucken, wie sich die Hirnströme im Schlafen verändern und was man daraus über den Bewusstseinszustand eines Menschen ablesen kann. Wir wollen auch durch gezielte Übungen unsere Hirnströme so verändern, dass wir Kraft unserer Gedanken einen Computer steuern können (Brain-Computer-Interface). Wenn die Zeit reicht möchten wir auch noch mit „ereigniskorrelierten Potentialen“ spielen und ausprobieren, wie man mit ihnen in der Wissenschaft versucht, etwas über das Gehirn zu lernen.

Vorwissen ist in diesem interdisziplinärem Bastelkurs nicht notwendig, jedoch die Fähigkeit zu gewissenhaftem und genauem Arbeiten. Wenn jedoch der ein- oder die andere Kursteilnehmer/in schon etwas löten kann oder von Elektronik etwas Ahnung hat dann wäre das besonders toll, weil wir so besser voneinander lernen und schneller loslegen können. Wir können auch Leute gebrauchen, welche sich mit EEG auskennen oder programmieren können. Dies sind jedoch alles keine Bedingungen, Interesse am Kursthema reicht. Bitte gebt bei der Anmeldung im Kommentarfeld an, welche Kenntnisse und Erfahrung Ihr auf den oben genannten Gebieten besitzt, damit wir besser planen können.

Felix studiert Physik in Dresden und versucht, sich mit interessanten Dingen von seiner Diplomarbeit abzulenken. Aus langweiligen Jahren der Schulzeit kommt seine Erfahrung in Niederfrequenz-Analog- und Digitalelektronik. Er hat bereits auf einer CdE-Akademie den Kurs „Spielen für Physiker“ geleitet.

Rainer studiert Physik in Tübingen und interessiert sich brennend für Hirnforschung. Auf einer CdE-Akademie hat er bereits einen theoretisch philosophischen Kurs geleitet.

Das Kurslogo ist eine leicht modifizierte Version des Logos von ↗OpenEEG und steht unter der ↗Creative-Commons-Attribution-Share-Alike-2.0-Lizenz

© 2009 WinterAkademie-Orga-Team.